Der Segel-Club-Crefeld (SCCR) hatte zum Ansegeln an den Elfrather See eingeladen und die Seggerlinge hatten mit 11 Booten gemeldet. Die Beteiligung vom Club selber war eher mäßig, sodass wir Seggerlinge nochmal explizit für unsere Teilnahme gelobt wurden. Leider waren es am Ende dann doch nur 7 Seggerling-Starter, da Lothar, Rainer, Nele und Dietke aufgrund von Erkrankungen bzw. der Windvorhersage für Sonnabend auf einen Start verzichteten.
Als ich am Freitagabend am See ankam, war zu meiner Überraschung auch Jörn schon da, der noch nicht gemeldet hatte und sich spontan (auch wegen der vermeintlichen Ranglistenwertung von > 10 Booten) zur Teilnahme entschlossen hatte. Daraus wurde dann ja nichts, aber die 100 Punkte konnte er sich selbstverständlich abholen. Jörn hatte in der Vorwoche ein Starkwindtraining am Gardasee hinter sich und brachte für Sonnabend die Windstärken vom Gardasee mit (zumindest in den Böen). Auch Michael und Eberhard waren bereits am Freitagabend vor Ort, sodass wir schon mal den Matchplan für Sonnabend besprechen konnten.
Am Sonnabend waren dann ab 14.00 Uhr 3 Läufe um die Insel (je 2 Runden) angesagt, die aufgrund der Windstärke von 5-7 Beaufort jeweils zügig in 25-30 min abgefahren wurden. Allerdings sorgte der sehr böige Wind dafür, dass die ein oder andere Kenterung nicht vermieden werden konnte. Jörn war wie erwartet immer vorne, dahinter dann Marc E., den ich aufgrund fehlender Groni-Unterstützung nicht einfangen konnte. Marc W. und Eberhard wechselten sich auf Platz 4 und 5 ab; Michael hatte immer den 6. Platz gebucht. Gunda stand ganz tapfer den 1. Lauf mit 4! Kenterungen durch, verabschiedete sich danach an Land und verlangte nach einer Thai-Massage. Auch Marc W., der mit seinem neuen Boot "Tobermory" das erste Mal unterwegs war (vorsichtshalber am Sonnabend noch mit kleinem Segel), zog es vor, im 3. Lauf nicht mehr zu starten. Ebenso Michael, der auch die Landperspektive einnahm. Eberhard in seiner typischen stoischen Art vollendete mit Jörn, Marc E. und mir auch noch den letzten Lauf.
Mir fegte beim Warten zwischen den Wettfahrten direkt nach einer Wende eine Bö ins Segel, und drückte blitzschnell das Boot ins Wasser, sodass ich nicht schnell genug reagieren konnte und im Elfrather See Anbaden statt Ansegeln feiern musste. Nach einigen mühsamen Versuchen, gelang es, den Seggerling wieder aufzurichten und an der 3. Wettfahrt teilzunehmen. Am Abend stellte sich heraus, dass der Steuerbordtank halb voll Wasser gelaufen war; da ist wohl noch etwas Nacharbeiten an den Dichtungen nötig.
Zur Stärkung nach den Wettfahrten gab es vom SCCR eine hervorragende Bewirtung: handgemachte Burger vom Grill mit "Alles". Kurz nach Grillende kam dann Regen auf und wir verzogen uns ins gemütliche Clubhaus, um durch die Panoramascheiben zuzusehen, wie eine Sturmböe den Grillpavillon zerlegte. Das hat uns Gottseidank nicht auf dem See erwischt!
Der Wind beruhigte sich dann über Nacht und am Sonntagmorgen war eher Windstille angesagt. Wir bekamen vom SCCR ein leckeres Frühstück serviert und starteten um 11:00 Uhr zur letzten Wettfahrt, die auf 4 Runden quer zur Ruderbahn ausgelegt war. Durch die jetzt vorherrschende SW-Windrichtung gab es leider Bereiche mit starker Abdeckung, sodass nach 3,5 Runden eine Bahnverkürzung angezeigt wurde. Es konnten alle 6 gestarteten Seggerlinge gewertet werden. Jörn war vorne und hätte wohl uns noch überrundet, wenn nicht die Bahnverkürzung dazwischen gekommen wäre. Marc E. wieder unangefochten auf dem 2. Platz und Marc W. konnte mit großem Segel sein volles Bootspotential ausspielen und belegte Platz 3. Auch Eberhard (Platz 4) zog noch kurz vor dem Ziel an mir vorbei, da ich in einem Flautenloch festhing (Platz 5). Michael dann wie immer auf Platz 6. Gunda musste sich noch vom Vortag erholen und ihre geschundenen Knochen pflegen, war aber dankenswerter Weise am Sonntag noch als Landcrew erschienen.
Am Ende dann eine schöne Siegerehrung, bei der alle Teilnehmer ein gerahmtes Foto mit dem eigenen Schiff in einer Regattaszene erhielten, dass von der SCCR-Crew über Nacht fertiggestellt worden war. Dafür nochmal herzlichen Dank.
Vielleicht kann es nächstes Jahr gelingen, dass wir dann mit mindestens 10 Seggerlingen antreten, damit sich auch für Jörn die weite Reise wieder lohnt.
Dirk GER 468