Der Segel-Club Stevertalsperre wollte seine traditionelle Kehrein-Regatta für OK-Jollen nach einer Pause wiederbeleben und lud zur Einhandregatta ein. Wir Seggerlinge waren sehr willkommen, vielen Dank an das Orga-Team für die super Organisation.
Marc W. hatte bereits im letzten Jahr 6 Seggerlinge in seinen Club zur Stevertaler Kehraus gelockt. Leider gab es damals mangels Winds keine Wettfahrten. Diesmal lief es besser. Dank Marcs rühriger Akquise hatten 8 Seggerlinge gemeldet. Hartmut mit Ute und Dino und ich sind bereits am Freitagabend angereist und konnten das vorsaisonale Gastronomieangebot am See testen: Die Pizza beim Tennisclub war ein Flopp (Hunde verboten), aber der Flammkuchen in der „Kajüte“ direkt am Wasser war super.
Am Samstag trudelten nach und nach die anderen Seggerlinge ein und die Boote wurden fertig gemacht. Marc W. hatte richtig Stress, für eine Club-Kameradin hatte er noch einen „Charter-Seggerling“ organisiert und der musste ja auch noch aufgebaut werden. Leider musste Katja wegen technischer Probleme noch vor dem ersten Start wieder an Land zurück.
Die Anfahrt ins Regatta-Gebiet gestaltete sich anspruchsvoll. Der Club am Westufer ist von einer riesigen Insel vom Segelrevier getrennt, um die man erstmal herum muss, Windabdeckung und Winddreher inklusive. Im Regatta-Revier angekommen, waren Startponton und Tonnen schon bereit. Mit kurzer Verspätung wurde die 1. Wettfahrt gestartet aber mit dem Startsignal direkt abgebrochen. Der Wind hatte gedreht und die Tonnen mussten neu gelegt werden. Nachdem das zur Zufriedenheit der Wettfahrtleitung erfolgt war, ging es los, die Seggerlinge in der 2. Startgruppe nach den OK. Bereits nach der Startkreuz ergab sich das erwartete Bild: Marc E vor Marc W. Zur Überraschung der beiden Marcs (und auch zu meiner 😉) gelang es mir bei dieser Wettfahrt die beiden unter Druck zu setzen – ich kam immer wieder in Schlagdistanz, zum Überholen hat es nicht gereicht. So ging es dann die 3 Runden bis ins Ziel, vorne die beiden Marcs, in der Mitte ich vor Hartmut und am Ende Gunda vor Christian.
Bereits für die 2. Wettfahrt musste sich Gunda verabschieden, da sie noch einen Abendtermin hatte. Diese Wettfahrt lief ähnlich wie die erste. Hartmut hatte den besseren Start und war bis zum Ende der 2. Runde vor mir. Auf der 3. Kreuz hatte ich ihn endlich – fast, leider hatte ich nicht mitbekommen, dass die Rundenzahl nach den OK für die Seggerlinge auf 2 reduziert wurde. Dank des Hinweises von Marc bin ich doch noch durchs Ziel gefahren – nur etwas später.
Die 3. Wettfahrt lief wieder fast wie die erste bis zur 2. Runde. Auf dem Vorwind-Kurs hatte Hartmut das bessere Gespür für die Boen und konnte an mir vorbei. Bis zur letzten Tonne in der dritten Runde hatte ich ihn wieder direkt vor mir. Auf der Zielkreuz habe ich alles gegeben und bin an ihm vorbei – war gar nicht nötig, diesmal ist er am Ziel vorbei und erst nach Intervention korrekt durchs Ziel gefahren.
Danach ging es wieder zurück – durch Winddreher und Abdeckung - in den Club zur wohlverdienten Currywurst mit Bier, dem traditionellen Gericht, nicht nur im Ruhrpott, sondern auch im Münsterland. So klang der Abend gemütlich aus.
Am nächsten Morgen, nach einem leckeren Frühstück im Club, sind alle wieder ausgelaufen. Diesmal war der Weg länger – oder der Wind schwächer – kein Segler war rechtzeitig zum Start im Startbereich. Die Wettfahrtleitung war gnädig und hat gewartet. Diesmal war der Wind zu wenig konstant, in der Stärke aber vor allem in der Richtung. Winddreher, zum Teil über 90°, haben dreimal zum Startabbruch geführt bevor die Wettfahrtleitung endgültig abgeschossen hat und uns wieder zum Club zurückgeschickt hat.
Insgesamt war es ein schönes Segelwochenende in nettem Ambiente. Meine relativ lange Anreise hat sich in meinen Augen gelohnt. Im Oktober gibt es hier die nächste Seggerling-Regatta mit vielleicht noch stärkerer Beteiligung.